Kultur.Ökonomie x Kreativität

Thomas Quasthoff versus Paul Potts

Da spricht man immer so locker von der Kultur- und Kreativwirtschaft und überlegt sich gar nicht, was alles in einen Topf geworfen wird. Bei Spiegel Online ist heute ein Interview mit Thomas Quasthoff über das Phänomen “Paul Potts” zu lesen (“Paul Potts macht Popsülze”). Wer nicht weiß, wer diese Personen sind, hier eine Kurzvita:

Thomas Quasthoff: Contergan-geschädigter international anerkannter Bass-Bariton
Paul Potts: Dr.phil, dann Handy-Verkäufer. Wurde über Nacht zum gefeierten Wundertenor und Medienstar.

Da wird Quasthoff gefragt, ob er nicht mal DSDS-Juror werden wollte, das könne sich doch positiv auf die Verkaufszahlen für den Klassikmarkt auswirken. Vielleicht sei er ja doch etwas neidisch auf den Erfolg von Paul Potts? Müssen Medien eigentlich immer polemisieren?

Ich glaub nicht wirklich, dass Quasthoff in Paul Potts eine Konkurrenz sieht, genau so hab ich unseren Herrn Potts mal in einem Interview gesehen mit Markus Lanz, der war so herrlich auf dem Boden geblieben. Der weiß mit Sicherheit ganz genau, dass sein Erfolg nicht die nächste zehn Jahre anhalten wird. Was soll also noch die ganze Frage: Klassik oder Pop? Die ergibt für mich keinen Sinn mehr. Also ich find die Paul Potts Story jedes Mal schön, wenn ich sehe. Genauso hat mich die Stimme eines Quasthoffs einfach auch, auch dann noch, wenn ich die Augen schließe! Ist halt doch eher Äpfel mit Birnen vergleichen. Aber daraus erwächst ja gerade die Spannung für die Medien.


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