Kultur.Ökonomie x Kreativität

www.3min.de: “Art Talk!”

Bin gerade bei Facebook über eine Anzeige “Art Talk!” auf diese Seite gestoßen: www.3min.de. Was gibt es hier zu sehen? Erst mal verwirrend: “Art Talk!” ist nur ein Channel der Seite. Auf 3min.de gibt es auch noch Sport, Soaps und sonstiges zu sehen. Das ganze will das erste Webserienformat im Internet sein. Dahinter steckt die Telekom und mit aller Wahrscheinlichkeit auch Sevenload (hier wurde die Telekom ja neue Investor vor einiger Zeit). Wär eigentlich ein eigener Beitrag. Jetzt soll es aber erst Mal um die Kunst gehen.

Als Konzept des Channels “Art Talk!” ist zu lesen:

[Art Talk! ist] “ein Trip durch die Gedankenwelt eines Künstlers. Art Talk sucht mutige, provokante, egozentrische und geniale Künstler auf. Von Comic bis Graffiti, von Skulptur bis Ölgemälde, hier wird die Wahrheit gesagt… aber schräger als schräg! ” Hört sich alles schon mal ganz spannend an.

Gleich das erste Video will diesem Konzept Rechnung tragen und präsentiert den Künstler “Andreas Golder”. Ob man ihn nun provokant findet!? Nun ja, ich weiß nicht, ob man sich heute noch davon provozieren lässt, wenn ein Künstler im Interview “Muschi” sagt, oder ganz offen zugibt, dass er nichts kann, man für ein Studium an der Kunsthochschule ja noch nicht mal das Abitur braucht! Ist Provokation nicht heute die Norm? Spannend wird das ganze aber, wenn man zu diesem Video den momentanen kulturpolitischen Diskurs kontrastiert. “Die Kreativen sind doch der neue Wachstumsmarkt. Das muss man fördern, aber bitte erstmal einen Business-Plan schreiben.”  (man lese hier zu den älteren Beitrag: Create.NRW) Das man im Kunstmarkt vielleicht gerade deswegen erfolgreich ist, weil man sich um Business-Plänen “einen Scheißdreck kümmert”, ist da noch niemand aufgefallen. Wer sind denn die Kreativen, die die Politik fördern will?

Also, mir hat das Video auf jeden Fall Spaß gemacht beim Anschauen! Deswegen hier zum Ansehen:

Dass der Künstler mit seinem Konzept “Müll zu Geld” übrigens Erfolg zu haben scheint, zeigt sein Profil bei Artfacts.Net (Andreas Golder). Da kann man auf der linken Seite einen sogenannten “Ranking Graph” sehen, der anzeigt, wie die Popularität des Künstlers angestiegen ist. Mehr zum Künstler findet man übrigens auch bei Google.


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