Kultur.Ökonomie x Kreativität

Mainzer Kreativwirtschaftler startet Projekt um BMWi zu einer besseren Googleplatzierung zu verhelfen

Der Start des bundesweiten Netzwerkes bestehend aus acht Kompetenzzentren für die Kultur- und Kreativwirtschaft markiert den Höhepunkt der Aktivitäten der Bundesregierung zur Förderung dieses Wirtschaftszweiges. Dieser erwirtschaftete im Jahr 2008 63 Mrd. € und erzielte damit eine ähnlich hohe Bedeutung wie die deutsche Automobilindustrie. Ob die Bundesregierung damit Chancen hat, auf den „European Creative Industries Policy Award“, für den Prof. Dieter Gorny (Viva Gründer und Leiter des ECCE) auf der 3. europäischen Jahrestagung der Kreativwirtschaft in Brüssel den Startschuss gab, steht noch in Frage; denn trotz der bundesweit angelegten Inititiave wird an vielen Stellen deutlich, dass das Bundeswirtschaftsministerium respektive deren MitarbeiterInnen oft gegenüber der Kreativbranche und deren „Groove“ noch stark „fremdeln“.

Diese Erfahrung machte unlängst der Mainzer Kreativwirtschaftler und Kulturökonom Andreas Kohlmann. Er hat sich sowohl wissenschaftlich in seinem Studium und zuletzt in seiner Doktorarbeit („Kunst zwischen Markt und Staat“) als auch in eigenen Projekten („Ich bin im Bilde!“) ausführlich mit den Mechanismen und dem Potential der Creative Industries befasst als auch den neuen Möglichkeiten durch die Digitalisierung früh Rechnung getragen. Unter anderem hat er sich zeitig diverse Domains in diesem Themenfeld gesichert, wie z.B. „handbagmovies.com“, „thebohemian.de“ oder „kulturbroker.de“.

Für die Domain „kultur-und-kreativwirtschaft.de“ zeigte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Interesse am Kauf und richtete eine Preisanfrage an ihn. Kohlmann stellte in seiner Antwort fest, dass „die deutsche Kulturlandschaft auf historisch einzigartige Weise einen Ideenkosmos hervorgebracht hat, dessen ‚ökonomischer Impact’ bis zum jetzigen Zeitpunkt bisher noch nicht ermittelt wurde, aber mit Sicherheit unermesslich ist. [Denn] „Ideas made in Germany“ steht für nachhaltige Originalität.“ (Zitat Ende). Er begründete so die hohe Wertigkeit dieser Domain „kultur-und-kreativwirtschaft.de“ und seine Preisvorstellung von € 83.150,-. Das Ministerium reagierte darauf kurz und knapp: „Es besteht kein Interesse am Kauf der Domain.“

Während der Handel mit Domainnamen in Deutschland noch moderat ist, gilt der Besitz einer guten Domain in den USA bereits als Altersvorsorge. So wurden für die teuersten .com-Internetadressen bereits zweistellige Millionensummen bezahlt. Auch in Deutschland erzielten die 10 teuersten Domains zusammen immerhin einen Umsatz von mehr als 3 Millionen €. Die weltweite teuerste Internet-Domain „sex.com“ steht zurzeit auf der deutschen Domainhandelsbörse Sedo zum Verkauf bereit.

Jenseits dieser Fakten weiß jeder, der digital oder analog unterwegs ist, dass die passende Internetadresse wichtig ist, da man so schneller über Suchmaschinen wie Google zu finden ist. Um nun also hier im Sinne der „Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft“ aktiv zu werden und dem BMWi zu einer attraktiven Domain zu verhelfen, startet der Mainzer Kreative eben auf jener Domain nun eine Schenkungsaktion. Das Projekt wird unterstützt von der Kölner Kulturunternehmerin Elfriede Schmitt.


One Response to “Mainzer Kreativwirtschaftler startet Projekt um BMWi zu einer besseren Googleplatzierung zu verhelfen”

  1. nachrichten Says:

    Wirklch sehr informativ! Werde aufjedenfall wieder kommen. Danke fuer den Beitrag.

    Gruss
    Andres

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