Kultur.Ökonomie x Kreativität

Kreative Ökonomie

Was sollte man unter dem Begriff Kreative Ökonomie verstehen?

Die Wirtschaft im 21. Jahrhundert unterzieht sich einem strukturellen Wandel. Die Bedeutung der Industriegesellschaften geht zurück, dafür wird die Wissensgesellschaft zum neuen Leitbegriff für die Entwicklungsperspektiven in diesem Jahrhundert. Während nun für Industriegesellschaften vor allem materielle Ressourcen den Engpass bildeten, sind es für die Wissensgesellschaften vor allem die kreativen Ideen. Denn neue kreative Ideen sind die Voraussetzung für Innovationen und diese wiederum sind wichtig für vermehrtes Wachstum und Entwicklung. Der Begriff des kreativen Kapitals bildet hier gewissermaßen eine Analogie zum materiellen Kapital der Industriegesellschaften. In globaler Perspektive hat den Begriff der Kreativen Ökonomie zum ersten Mal der Autor John Howkins mit seinem Buch The Creative Economy geprägt. Ebenfalls bekannt wurde der amerikanische Autor Richard Florida mit seiner Schrift “The Rise of the Creative Class”, der darin die These formulierte, dass kreative Arbeit in zunehmenden Maße den Arbeitsalltag in der Zukunft bestimmen wird.

Mittlerweile ist die Kreative Ökonomie aber nicht mehr nur Teil einer theoretischen Diskussionen, sondern wird zum Alltag in den politischen Diskursen rund um den Globus. Im Jahr 2008 zeigte die UNESCO zum ersten Mal, dass die Kreative Ökonomie dabei keineswegs eine rein westlich geprägte Geschichte ist, sondern auch in den Entwicklungsländern eine herausragende Rolle spielt. International hat sich mittlerweile die UNCTAD-Definition der Kreativen Ökonomie durchgesetzt: Die Kreative Ökonomie ist demnach “an evolving concept based on creative assets potentially generating economic growth. … It embraces economic, cultural and social aspects interacting with technology, intellectual property and tourism objectives. … It is a set of knowledge-based economic activities with a development dimension and cross-cutting linkages at macro and micro levels to the overall economy. … At the heart of the creative economy are the creative industries. [These] are the cycles of creation, production and distribution of goods and services that use creativity and intellectual capital as primary inputs.” (Quelle: Creative Economy Report 2008, S. 12). In Deutschland wird die politische Debatte um die Kreative Ökonomie unter dem Begriff “Kultur- und Kreativwirtschaft” geführt. Diese umfasst 11 Teilfelder. Seit März 2010 entwickelt die deutsche Bundesregierung hierzu eine Förderinitiative (www.kultur-kreativ-wirtschaft.de).

Wie lässt sich nun aber mit Kreativität wirtschaften? Wie sieht die Praxis eines kreativen Unternehmers aus? Und welche Probleme vereinen den Künstler, wie den Softwareprogrammierer genauso wie die Opernsängerin und den Werbedesigner. Die Kreative Ökonomie ist vielseitig, hat aber doch einen gemeinsamen Kern: Das Wirtschaften mit geistigem Eigentum. Aber wie funktioniert diese Wirtschaft? Die Kulturökonomie, die solche Strukturen untersucht steckt noch in den Kinderschuhen. Das war mein Reiz mich mit dem Thema zu beschäftigen und hier selbst als Kreativer Ökonom aktiv zu werden. Hier in meinem Blog berichte ich darüber, was mir dabei widerfährt - von theoretischen Überlegungen, Philosophischem bis zum Praktischen und dem Businessalltag der kreativen Unternehmer.