Ökonomie2.0
Buzzwords wie das Web2.0 haben eine paradoxe soziale Grundlage. Sie nerven, aber jeder kann damit irgendetwas verbinden und somit bedienen sich immer mehr Leute dieser neuen Begriffe. Somit sollte eigentlich jeder zumindest einen Intuition davon haben, was mit dem Begriff Ökonomie2.0 gemeint ist.
Das Web2.0 ist für mich das Leitmodell einer kreativen Ideenökonomie. Alles kann zur Idee werden und wird von den Netzwerken verarbeitet. Das Wissensmanagement wird zur neuen Hauptaufgabe. Soziale Kompetenzen sind nicht länger ’soft facts’, sondern sind durch Social Communities wie Facebook oder Twitter zu Hard Facts geworden. Wie kann man soziale Medien optimal nutzen? Was kann man von natürlichen sozialen Netzwerken lernen, um künstliche Netzwerke besser zu gestalten. Welche Faktoren bestimmen, wann die künstliche Intelligenz wirklich intelligent ist oder doch einfach ins Chaos abdriftet.
Als Kulturökonom hat mich hier ein russischer Kollege (Alexander Dolgin) mit dem Buch The Economics of Symbolic Exchange zur Erkenntnis gebracht, dass die Gesetze des Web2.0 letztendlich auch Gesetze der Kulturökonomie sind. Wer also kulturökonomische Gesetze erforscht, kann letztendlich auch verstehen, wie soziale Medien und Netzwerke funktionieren und daraus Regeln für den optimalen Umgang mit diesen neuen Medienformen ableiten. Das spannendste ist, dass sich hier Informatik, Ökonomie mit Erkenntnissen aus den Kultur- und Sozialwissenschaften verbinden und sich somit ganz neue Forschungsgebiete ergeben, die selbst wieder Raum für neue kreative Ideen ergeben. Das alles ist für mich die Ökonomie2.0!